Ken Paxton gewann die Nominierung. Angesichts der Wählerschaft in der Vorwahl war das unvermeidlich, aber jetzt bieten die Parlamentswahlen etwas Seltenes. Eine theologische Schlägerei.
Er tritt gegen James Talarico an.
Der Demokrat. Der presbyterianische Seminarist. In einer Zeit, in der „Christ“ oft als Abkürzung für „Republikaner“ gelesen wird, ist es ungewöhnlich, dass ein demokratischer Kandidat bereit ist, über Theologie zu diskutieren. Talarico zwingt diese Erzählung dazu, sich zu ändern.
Hier erfahren Sie, wie es zusammenbricht.
- Paxton repräsentiert eine Marke des Christentums, die nach Macht strebt. Es ist laut, legalistisch und zunehmend autoritär. Er möchte die Bibel in den Klassenzimmern und die Zehn Gebote in den Fluren haben.
- Talarico repräsentiert ein Christentum der „radikalen Liebe“. Sie ist ruhiger, wirtschaftlicher und steht der wohlhabenden Elite zutiefst kritisch gegenüber.
Sie kämpfen nicht nur um einen Sitz im Senat. Sie streiten sich darüber, was das Wort überhaupt bedeutet.
Radikale Liebe vs. biblische Autorität
Talarico stammt aus der Presbyterianischen Kirche (USA). Auf der rechten Seite ist diese Gruppe praktisch Ketzerei. Sie ordinieren Frauen. Sie heißen LGBTQ+-Menschen willkommen. Sie nennen es „aufgewacht“ und spotten.
Talarico versteckt sich nicht. Er lehnt sich hinein.
„Liebe ist die stärkste Kraft im Universum.“
Er sagt das, während er auf Bühnen steht und versucht, Menschen zu vereinen. Er greift Donald Trump nicht mit der üblichen demokratischen Wut an. Stattdessen nimmt er Oligarchen ins Visier. Die korrupte Elite. Er argumentiert, dass wahrer Glaube die Religion nicht als Waffe einsetzen kann, um den Nachbarn zu schaden.
Dies bringt ihn in Konflikt mit Paxtons Lager. Paxton ist ein christlicher Nationalist. Er glaubt, dass die USA auf einzigartige Weise von Gott gesegnet sind. Er möchte, dass die biblische Moral das Zivilrecht diktiert.
„Unsere Nation wurde auf dem Fels der biblischen Wahrheit gegründet.“
Paxton sagt, wir sinken. Er möchte, dass in öffentlichen Schulen gebetet wird. Er möchte, dass der Staat eine spezifische christliche Ethik aktiv fördert. Talarico weist auf die Heuchelei hin. Diese Politiker wollen eine christliche Nation, bis Jesus sagt, man müsse die Armen ernähren oder den Kranken helfen.
„Es scheint, als wollten sie unsere Gesetze auf die Bibel stützen, bis sie die Worte Jesus lesen.“
Es ist eine scharfe Unterscheidung. Talarico verteidigt eine säkulare Regierung nicht wie ein Atheist, sondern als Christ, der die Bibel als Ruf nach Gerechtigkeit betrachtet.
Die Republikaner werden ihn verprügeln. Abtreibung. LGBTQ-Rechte. Dies sind traditionelle Keilprobleme. Die Bilanz von Talarico dort ist eindeutig und widerspricht der konservativen Ausrichtung des Staates. Er hat keine Verteidigung gegen diese Tatsachen. Also sucht er nach einem anderen Blickwinkel.
Die Ethikfalle
Ist Ken Paxton ein Christ?
Bei der Frage geht es nicht um seine Stimmen. Es geht um sein Leben.
Paxton sieht aus wie Donald Trump. Wegen Ehebruchs angeklagt. Seine Frau führte „biblische Gründe“ an, ihn zu verlassen. Angeklagt wegen Wertpapierbetrugs. Wegen Korruption angeklagt. Er hat den Betrugsfall geklärt. Das Amtsenthebungsverfahren endete mit einem Freispruch. Aber der Fleck bleibt.
Talarico nennt ihn moralisch untauglich.
„Er wird dich direkt anlügen.“
Es ist ein mutiger Schritt. Verwendung der eigenen Anschuldigungen eines Republikaners gegen ihn. Talarico wiederholt Cornyn. Sogar Cornyn bezeichnete Paxton als unethisch. „Ethik eines Strip-Club-Besitzers.“ Es war ein Primärangriff. Jetzt schwingt der Demokrat die gleiche Waffe.
Dies spiegelt die landesweite Debatte über Trump wider. Sozialkonservative verteidigen ihn. Sie argumentieren, dass Ergebnisse wichtiger sind als Moral. Wenn er konservative Richter ernennt, zählen seine persönlichen Fehler nicht. Paxton verlässt sich auf dieselbe Logik.
„Wir bewahren jeden Wert, der uns am Herzen liegt.“
Aber einige Konservative sind gespalten. Jeffrey Blehar, ein Kolumnist, nannte Paxton „abscheulich“. Eigentlich dachte er, Talarico sei moralisch schlechter. Weil er Überzeugungen vertrat, die er als böse ansah, getarnt als Glaube. Andere sind anderer Meinung. David French lobte Talarico dafür, dass er sich wie ein Christ verhielt, obwohl er mit seiner Politik nicht einverstanden war.
Wer hat also Recht?
Das Rennen stellt Loyalität auf die Probe. Werden republikanische Christen den Skandal um ihren Kandidaten ignorieren, um ihren politischen Stamm zu retten? Werden unabhängige oder gemäßigte Christen für den Mann stimmen, der tatsächlich wie sein Glaube redet, auch wenn seine Politik ihnen Angst macht?
Es ist keine saubere Trennung.
Zwei vorbeifahrende Schiffe. Oder vielleicht, endlich, zwei Schiffe, die ineinander krachen. Das Ergebnis könnte uns Aufschluss darüber geben, ob es beim Glauben um Glauben oder Macht geht. Wahrscheinlich beides.
