Ford hat einen bedeutenden Führungswechsel angekündigt, der durch den Abgang von Doug Field angeführt wird, dem Manager, der für die Weiterentwicklung des Elektrofahrzeugs (EV) und der Software des Unternehmens verantwortlich ist. Der Ausstieg von Field erfolgt im Rahmen einer umfassenderen organisatorischen Neuausrichtung, die darauf abzielt, die Entwicklung und Herstellung der nächsten Fahrzeuggeneration des Autoherstellers zu rationalisieren.
Das Ende einer Silicon Valley-Ära bei Ford
Doug Field war ein Eckpfeiler der Strategie von CEO Jim Farley, Ford von einem traditionellen Hersteller in einen führenden High-Tech-Mobilitätshersteller zu verwandeln. Field kam 2021 zu Ford und brachte dem Detroiter Giganten die dringend benötigte „Silicon Valley DNA“ ein, nachdem er zuvor hochrangige Positionen sowohl bei Apple als auch bei Tesla innehatte.
Sein Aufgabenbereich war umfangreich und deckte den gesamten technologischen „Stack“ des modernen Fahrzeugs ab. Dazu gehörten:
– Software & Konnektivität: Infotainment, Navigation und digitale Dienste.
– Fahrerassistenz: Die Entwicklung fortschrittlicher Fahrerassistenztechnologien.
– Hardware und Architektur: Fahrzeugsteuerung, Cybersicherheit und Plattformintegration.
Field war auch der Architekt hinter Fords „Skunkworks“-Programm – einer spezialisierten, geheimen internen Einheit mit der Aufgabe, ein kostengünstiges Elektrofahrzeug zu entwickeln, um auf einem sich schnell entwickelnden globalen Markt bestehen zu können.
Eine strategische Neuorganisation: Von Tech-Silos zur industriellen Integration
Der Abgang von Field fällt mit einer grundlegenden Veränderung in der Unternehmensstruktur von Ford zusammen. Anstatt eine separate, technologieorientierte Abteilung beizubehalten, bündelt Ford seine EV- und Designteams zu einer neuen, riesigen Einheit: dem Team Produktentwicklung und Industrialisierung.
Diese neue Abteilung wird von COO Kumar Galhotra geleitet. Dieser Wandel deutet auf eine Abkehr von der Behandlung von „Technologie“ und „Elektrofahrzeugen“ als eigenständige Experimente und hin zu ihrer direkten Integration in die industriellen Kernprozesse des Unternehmens hin. Durch die Zusammenlegung dieser Einheiten möchte Ford die Lücke zwischen Software-Innovation und Effizienz in der Großserienfertigung schließen.
Ehrgeizige Ziele für 2029
Bei der Umstrukturierung handelt es sich nicht nur um eine Änderung der Titel; Es ist ein Fahrplan für das Überleben von Ford im Zeitalter der Elektrifizierung. Die neue Struktur hat die Aufgabe, in den nächsten fünf Jahren anspruchsvolle Meilensteine zu erreichen, darunter:
- Portfolio-Aktualisierung: Aktualisierung von 80 % des nordamerikanischen Fahrzeugvolumens und 70 % des globalen Portfolios bis 2029.
- Wichtige Produkteinführungen: Überwachung der Entwicklung der Universal Electric Vehicle (UEV) -Plattform, eines neuen mittelgroßen Pickups und der F-Serie-Lkw der nächsten Generation.
- Profitabilität: Erreichen einer bereinigten Gewinnmarge von 8 % für das Ford+-Nutzfahrzeuggeschäft bis 2029.
Während Field weiter voranschreitet, fällt die Leitung der spezialisierten „Skunkworks“-Projekte (jetzt offiziell Advanced Development Projects -Team genannt) an Alan Clarke, einen ehemaligen Tesla-Manager.
Diese Umstrukturierung signalisiert Fords Übergang von einer Phase des „technischen Experimentierens“ zu einer Phase der „industriellen Umsetzung“, in der die Skalierung elektrischer und softwaregesteuerter Produkte in profitable Massenmarktrealitäten im Vordergrund steht.
Schlussfolgerung
Durch die Integration seiner EV- und Tech-Abteilungen in ein einheitliches Industrieteam versucht Ford, Software-Innovation mit Produktionsmaßstäben zu verbinden. Der Erfolg dieses Wagnisses wird davon abhängen, ob das Unternehmen seine Hightech-Ambitionen bis 2029 in profitable Massenfahrzeuge umsetzen kann.





















