Wie Spotify das Musik-Streaming dominierte, ohne der Erste zu sein

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Spotify ist nicht der älteste Musik-Streaming-Dienst der Welt. Aber es ist derjenige, der alles verändert hat. Es entwickelte sich von einem Nischen-Desktop-Tool zu einem globalen Phänomen für PCs, Smartphones und Tablets. Das in Schweden ansässige Unternehmen wurde am 7. Oktober 2008 gegründet.

Zu dieser Zeit gab es noch andere Dienste. Deezer bot bereits unbegrenztes Streaming an. Warum hat Spotify gewonnen? Die Antwort liegt in der Ausführung, nicht in der Erfindung. Das Unternehmen von Daniel Ek konzentrierte sich stark auf native Apps für Windows und Mac OS X. Das war damals ein seltener Schritt. Die meisten Konkurrenten boten klobige Webplayer an. Spotify bot Software an, die sich tatsächlich wie native Software anfühlte.

Diese Strategie hat auf dem Desktop gut funktioniert. Aber auf Mobilgeräten funktionierte es besser.

Die mobile Wende

Das eigentliche Wachstum erfolgte, als Spotify auf Android und iOS kam. Plötzlich verschwand die Reibung, einzelne Titel oder ganze Alben über iTunes zu kaufen. Benutzer mussten nicht nach Dateien suchen. Sie haben einfach gespielt. Diese Verschiebung machte das alte Modell des Musikkaufs nach Titel oder Album zunichte. Es ersetzte Eigentum durch Zugang.

Das Ausmaß dieses Zugriffs ist nun atemberaubend.

Katalogtiefe und Benutzerzahlen

Die Bibliothek von Spotify enthält über 35 Millionen Titel. Benutzer können diese Songs kostenlos mit Werbung anhören. Oder sie können ein Abonnement bezahlen.

Die kostenpflichtige Stufe entfernt Anzeigen. Außerdem werden wichtige Funktionen freigeschaltet. Nutzer der kostenlosen Version stecken oft in einem „Radiomodus“ fest, in dem sie keine bestimmten Songs auswählen können. Zahlende Abonnenten können benutzerdefinierte Playlists erstellen. Sie können jederzeit jedes Lied spielen.

Die Zahlen untermauern diesen Appell. Bis Mai 2018 hatte Spotify die Marke von 170 Millionen aktiven Nutzern pro Monat überschritten. Davon waren 75 Millionen zahlende Abonnenten. Das ist fast die Hälfte der Nutzerbasis, die das gesamte Ökosystem finanziert.

Warum es jetzt wichtig ist

Man könnte meinen, diese Geschichte sei nur Hintergrundgeräusch. Das ist es nicht. Das von Spotify perfektionierte Modell – Zugang statt Eigentum – ist heute der Standard für fast alle digitalen Inhalte. Von Filmen bis hin zu Software-Updates erwarten wir sofortige Verfügbarkeit.

Aber es gibt einen Haken.

Dieser 35-Millionen-Song-Katalog ist nicht statisch. Rechte ändern sich. Lieder verschwinden. Künstler ziehen Spuren. Der Komfort, den Sie heute genießen, beruht auf einem fragilen Netz rechtlicher Vereinbarungen. Wenn Sie auf „Play“ drücken, greifen Sie nicht nur auf eine Datei zu. Sie greifen auf eine Lizenz zu.

Und diese Lizenzen kosten Geld. Aus diesem Grund war die Umstellung vom kostenlosen, werbefinanzierten Hören auf kostenpflichtige Abonnements so entscheidend für das Überleben von Spotify. Ohne diese 75 Millionen zahlenden Nutzer gäbe es den Dienst, wie wir ihn kennen, wahrscheinlich nicht.

Wenn Sie also das nächste Mal an einer Playlist vorbeiscrollen, die Sie nicht hören möchten, denken Sie daran: Sie sind Teil einer riesigen Datenmaschine. Und es funktioniert.

Wie Offline-Musik funktioniert (und warum Sie sie nicht teilen können)

Spotify ermöglicht, wie fast jeder andere große Streaming-Dienst, das Zwischenspeichern von Songs für die Offline-Wiedergabe. Der Haken? Diese Dateien sind hinter Digital Rights Management (DRM) gesperrt.

In Ihrem Ordner finden Sie keine abspielbaren MP3s. Stattdessen erhalten Sie verschlüsselte Ogg-Vorbis-Dateien. Sie sind strikt an Ihr aktives Abonnement gebunden. Versuchen Sie, sie auf ein anderes Gerät zu verschieben oder zu konvertieren, und sie verweigern die Wiedergabe. Sie benötigen die offizielle Spotify-App auf dem Desktop oder Mobilgerät, um sie freizuschalten.

Algorithmen, die Ihren Geschmack kennen

Das eigentliche Verkaufsargument ist nicht nur die Bibliothek. Es ist die Kuration. Die Empfehlungsmaschine von Spotify ist aggressiv, weil sie von Millionen von Hörgewohnheiten gespeist wird. Das System lernt, was Sie überspringen, was Sie wiederholen und wonach Sie suchen.

Diese Daten treiben Features wie „Discover Weekly“ und „Release Radar“ voran. Diese Playlists werden jede Woche aktualisiert. Sie zeigen neue Alben und Titel an, die zu Ihrem spezifischen Audioprofil passen. Sie stöbern nicht nur; Ihnen wird ein benutzerdefinierter Feed bereitgestellt.

Wo kann man zuhören?

Das App-Ökosystem ist überall. Windows und macOS verfügen über native Clients. Für Android und iOS gibt es gleichermaßen ausgefeilte Mobilversionen.

Es geht tiefer als Telefone und Laptops. Spotify Connect ist in die Konsolen Xbox One und PlayStation 4 integriert. Es erreicht sogar Hardwarehersteller. Sie können Ihr Konto mit intelligenten Lautsprechern, Verstärkern und Soundsystemen verknüpfen.

Mit Connect steuern Sie die Wiedergabe von Ihrem Telefon aus, die Audiowiedergabe erfolgt jedoch über das verbundene Gerät. Es ist ein One-Tap-Schalter. Ihre Musik folgt Ihnen auf jeder kompatiblen Hardware im Haus.

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