Wahrscheinlich stellen Sie sich das Drucken als einen taktilen Prozess vor, bei dem Tinte erhaben oder tief geätzt wird. So funktionieren die meisten kommerziellen Drucke heute nicht mehr. Stattdessen verlässt sich die Branche auf eine Technik, bei der das Bild und die Leerstellen auf genau derselben flachen Oberfläche liegen.
Das ist Planographie.
Es handelt sich um ein Druckverfahren, bei dem die druckenden und nichtdruckenden Bereiche der Platte in einer Ebene liegen. Es gibt keine erhöhten Flächen. Es gibt keine tiefen Rillen. Die Platte ist vollkommen flach.
Die Wissenschaft von Öl und Wasser
Wie bleibt die Tinte an bestimmten Stellen haften, wenn alles eben ist? Es kommt auf die Chemie an. Die Platte basiert auf dem Prinzip, dass sich Öl und Wasser nicht vermischen.
Die Druckbereiche werden oleophil behandelt. Sie lieben Öl. Die nichtdruckenden Bereiche sind hydrophil. Sie lieben Wasser.
Dabei wird die Platte zunächst mit einem wasserbasierten Feuchtmittel angefeuchtet. Das Wasser bleibt an den nicht druckenden Stellen hängen. Es entsteht eine Barriere. Anschließend wird die ölbasierte Tinte über die Oberfläche gerollt. Die Tinte kann nicht am Wasser haften bleiben. Es haftet nur an den Bildbereichen.
Dies ist der Kernmechanismus des Offsetdrucks.
Warum dies die Branche dominiert
Die meisten Bücher, die Sie lesen, die Zeitschriften, die Sie kaufen, und die Verpackungen, die Sie in den Regalen der Geschäfte sehen, verwenden diese Methode.
Es ist effizient. Der Prozess ist schnell. Und es ist kostengünstig für große Auflagen. Da das Bild vor dem Auftreffen auf das Papier von einer Platte auf ein Gummituch übertragen wird, verringert sich der Verschleiß. Es erzeugt schärfere Bilder. Es verarbeitet problemlos große Blätter Papier.
Ohne die Flachdrucktechnik wäre die Menge an Drucksachen, die wir heute verbrauchen, nicht möglich.
Digital vs. Planografisch
Sie fragen sich vielleicht, ob der Digitaldruck dies ersetzt. Das ist es nicht. Digitaldrucke verändern sich. Bei kurzen Auflagen werden sie immer häufiger eingesetzt. Aber für hochvolumige und qualitativ hochwertige Arbeiten bleibt die Planografie die Königin.
Die Technologie hat sich weiterentwickelt. Platten sind jetzt haltbarer. Die Auflösung ist höher. Die Farben sind lebendiger. Aber das Grundprinzip bleibt dasselbe. Flacher Teller. Öl und Wasser. Auf eine Decke legen.
Die Zukunft des Flachdrucks
Mit fortschreitender Technologie ändern sich auch die Methoden zur Herstellung dieser Platten. Digitale Platten reduzieren den Abfall. Automatisierung beschleunigt die Rüstzeit. Der grundsätzliche Bedarf an einem Flachdruckverfahren wird jedoch nicht verschwinden.
Wir brauchen weiterhin scharfe Bilder. Wir brauchen weiterhin eine kostengünstige Produktion für große Mengen. Wir brauchen immer noch die Qualität, die nur Offset- und verwandte Flachdruckverfahren bieten können.
Die Tinte bleibt weiterhin haften. Das Wasser wird es weiter wegdrücken. Und die Teller bleiben flach.
















