Tesla hat in Austin, Texas, mit dem Betrieb völlig autonomer Fahrzeuge ohne sichtbare Sicherheitsfahrer in den Autos begonnen. CEO Elon Musk kündigte den Start am Donnerstag an und behauptete, es gebe „keinen Sicherheitsmonitor im Auto“. Allerdings könnte die Realität nuancierter sein, als seine Aussage vermuten lässt.
Der „unüberwachte“ Anspruch
Teslas offizieller X-Account beschrieb den Dienst als „völlig unbeaufsichtigt“, was bedeutet, dass es keine menschliche Aufsicht gibt. Doch Videoaufnahmen des Tesla-Enthusiasten Joe Tegtmeyer zeigen ein schwarzes Tesla Model Y, das das autonome Robotaxi bei seinen Testfahrten verfolgt. Tegtmeyer vermutet, dass in diesem „Verfolgungswagen“ möglicherweise Personal vorhanden ist, das bereit ist, einzugreifen, wenn das Robotaxi auf Probleme stößt.
Sicherheitsmonitore oder Validierung?
Weder Musk noch Tesla haben den Zweck des Nachläuferfahrzeugs geklärt. Diese Unklarheit wirft Fragen über den wahren Grad der Autonomie auf. Verlagert Tesla einfach die Sicherheitsaufsicht auf ein nahe gelegenes Fahrzeug, um menschliches Eingreifen effektiv aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Sicht eines sichtbaren Fahrers zu vermeiden? Oder dient das nachfolgende Auto lediglich der Datenvalidierung? Der Mangel an Transparenz macht es unmöglich, die Behauptung eines „völlig unbeaufsichtigten“ Betriebs zu überprüfen.
Kontext: Tesla vs. Waymo
Diese Markteinführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Tesla seinen Vorstoß in Richtung völlig autonomes Fahren beschleunigt, trotz laufender Prüfungen hinsichtlich Sicherheit und regulatorischer Hürden. Mittlerweile bietet Waymo, Teslas Hauptkonkurrent, bereits in sechs US-Städten, darunter Miami, vollständig autonome Fahrten an. Waymos Ansatz war langsamer, aber bewusster und konzentrierte sich auf nachgewiesene Sicherheit vor einem breiten Einsatz.
Was das bedeutet
Der Start des Robotaxi von Tesla in Austin könnte ein strategischer Schritt sein, um den technologischen Fortschritt zu demonstrieren und gleichzeitig regulatorische Unklarheiten zu überwinden. Wenn das nachfolgende Auto tatsächlich Sicherheitsmonitore enthält, ist Musks Behauptung „kein Sicherheitsmonitor“ technisch korrekt, aber irreführend. Die Situation unterstreicht den anhaltenden Kampf der Branche, Innovation und öffentliche Sicherheit in Einklang zu bringen.
Ob Tesla irgendwann wirklich unbeaufsichtigte Robotaxis betreiben wird, bleibt abzuwarten. Im Moment geht es bei dieser Einführung möglicherweise eher um Marketing als um einen echten Sprung in der autonomen Technologie.





















