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Texas-Gesetz zur Altersüberprüfung für App-Stores vom Bundesrichter blockiert

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Ein neues texanisches Gesetz, das App-Stores dazu verpflichtet, das Alter der Benutzer zu überprüfen, bevor sie Downloads zulassen, wurde von einem Bundesgericht vorübergehend blockiert. Das Gesetz, bekannt als Senate Bill 2420 oder Texas App Store Accountability Act, sollte am 1. Januar in Kraft treten, unterliegt nun aber einer einstweiligen Verfügung des US-Bezirksrichters Robert Pitman.

Das Urteil und seine Begründung

Richter Pitman fand das Gesetz zu weit gefasst, vage und wahrscheinlich verfassungswidrig. Das Gericht erkannte zwar an, wie wichtig es ist, Kinder im Internet zu schützen, stellte jedoch fest, dass der aktuelle Wortlaut des Gesetzes ernsthafte Bedenken im Sinne des Ersten Verfassungszusatzes aufwirft. Das bedeutet, dass das Gesetz nicht durchgesetzt werden kann, bis diese rechtlichen Herausforderungen geklärt sind.

Die Klage, die zu der einstweiligen Verfügung führte, wurde im Oktober von der Computer & Communication Industry Association (CCIA) eingereicht, die argumentierte, dass das Gesetz die Rechte von App-Stores, Entwicklern, Eltern und jungen Nutzern verletzen würde. Stephanie Joyce, Senior-Vizepräsidentin der CCIA, erklärte, dass das Urteil die First Amendment-Rechte aller Beteiligten wahrt und die Fähigkeit der Eltern schützt, die Online-Sicherheit ihrer Kinder mithilfe bestehender Tools zu verwalten.

Was das Gesetz getan hätte

Der im Mai von Gouverneur Greg Abbott unterzeichnete Gesetzentwurf 2420 des Senats hätte App-Store-Betreiber – darunter große Player wie Apple, Google, Nintendo und Steam – zur Einführung von Altersverifizierungssystemen gezwungen. Minderjährige hätten zum Herunterladen von Apps die Zustimmung der Eltern benötigt.

Die gesetzliche Definition von „App Store“ ist überraschend weit gefasst. Dies gilt nicht nur für mobile App-Plattformen, sondern auch für alle Websites oder Dienste, die Softwareanwendungen vertreiben, möglicherweise einschließlich browserbasierter Spiele oder mobiler Spielekonsolen mit Download-Funktionen. Das Gesetz gilt für Telefone, Tablets und alle tragbaren drahtlosen Geräte.

Warum das wichtig ist

Dieses Urteil verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen Staaten, die versuchen, digitale Räume und die First Amendment-Rechte von Technologieunternehmen und Nutzern zu regulieren.

Der Vorstoß zur Altersüberprüfung wird durch die Sorge vorangetrieben, dass Kinder schädlichen Inhalten und Online-Interaktionen ausgesetzt sein könnten. Unternehmen wie Roblox wurden wegen laxer Sicherheitsmaßnahmen auf den Prüfstand gestellt, was sie dazu veranlasste, strengere Prozesse zur Altersüberprüfung einzuführen. Andere Länder wie Australien gehen sogar noch aggressiver vor und beschränken den Zugang zu sozialen Medien auf Personen über 16 Jahren.

Kritiker argumentieren jedoch, dass solche Gesetze zu weit gefasst und unpraktisch sein können und möglicherweise den legitimen Zugang zu Informationen und Unterhaltung behindern. Der vage Wortlaut und die weitreichende Tragweite des texanischen Gesetzes waren Hauptgründe für die Entscheidung des Richters.

Die Zukunft des Rechts

Die einstweilige Verfügung ist keine dauerhafte Lösung. Das Gericht wird die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes voraussichtlich weiterhin prüfen und es werden weitere Rechtsstreitigkeiten erwartet. Unterdessen werden Technologieunternehmen zumindest vorerst nicht verpflichtet sein, Maßnahmen zur Altersüberprüfung in Texas einzuführen. Der Fall wirft wichtige Fragen darüber auf, wie die Sicherheit von Kindern und die verfassungsmäßigen Rechte im digitalen Zeitalter in Einklang gebracht werden können.

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