Das deutsche Unternehmen Punkt wehrt sich mit seinem neuen Mobiltelefon MC03 gegen die datenhungrigen Praktiken der Mainstream-Smartphone-Hersteller. Dieses 700-Dollar-Gerät, das in diesem Frühjahr nach der Verfügbarkeit in Europa in die USA ausgeliefert wird, legt größten Wert auf die Privatsphäre des Benutzers und bietet ein Smartphone-Erlebnis mit vollem Funktionsumfang und einer Akkulaufzeit von bis zu sechs Tagen.
Der Schlüssel liegt darin, dass moderne Smartphones darauf ausgelegt sind, Ihre Daten zu sammeln und zu verkaufen, das MC03 von Punkt ist jedoch darauf ausgelegt, dies zu vermeiden.
Warum das wichtig ist: Die versteckten Kosten der Bequemlichkeit
Die meisten Smartphones basieren auf Geschäftsmodellen, die auf der Datenerfassung basieren. Apple und Google profitieren davon, das Nutzerverhalten zu verfolgen, Erkenntnisse an Werbetreibende zu verkaufen und persönliche Informationen für gezielte Dienste zu nutzen. Das MC03 stellt dies in Frage, indem es eine Premium-Alternative bietet: ein Telefon, das nicht an der Datenwirtschaft teilnimmt. Dies ist von Bedeutung, da der Kompromiss zwischen Komfort und Privatsphäre für Verbraucher selten transparent ist.
Ein datenschutzorientiertes Betriebssystem: AphyOS
Auf dem MC03 läuft AphyOS, ein auf einem Android-Open-Source-Projekt basierendes System, das von Grund auf mit Blick auf den Datenschutz entwickelt wurde. Punkt hat eine eigene Suite von Kommunikations- und Produktivitäts-Apps entwickelt, die ohne Datenerfassungsfunktionen konzipiert sind. Benutzer können weiterhin Standard-Android-Apps über den Google Play Store herunterladen, diese sind jedoch in einer Sandbox geschützt, um zu verhindern, dass sie auf andere Apps zugreifen oder Daten mit ihnen teilen.
Dieser Ansatz ist nicht kostenlos: Punkt erhebt eine Abonnementgebühr (12 USD/Monat oder 120 USD/Jahr), um die Entwicklung zu finanzieren und kontinuierliche Datenschutzfunktionen und Updates sicherzustellen. Ohne dieses Abonnement bleiben wichtige Sicherheitsupdates erhalten, die volle Funktionalität (einschließlich einiger Kamerafunktionen) ist jedoch eingeschränkt.
Auf Langlebigkeit ausgelegte Hardware: Reparierbarkeit und Haltbarkeit
Über die Software hinaus verfügt der MC03 über bemerkenswerte Hardware-Upgrades: ein 120-Hz-OLED-Display, einen vom Benutzer austauschbaren Akku (50 US-Dollar für den Austausch) und IP68-Wasser- und Staubbeständigkeit. Der Akku ist leicht zugänglich und kann vom Benutzer oder von Punkt bereitgestellt werden, was auf dem heutigen Markt für versiegelte Geräte eine Seltenheit ist.
Diese Reparierbarkeit steht im Einklang mit den europäischen Vorschriften, die Hersteller dazu verpflichten, Ersatzteile sieben Jahre lang bereitzustellen, was ein weiterer Beweis für das langfristige Engagement von Punkt ist.
Wie wird eine so lange Akkulaufzeit erreicht?
Bei der außergewöhnlichen Akkulaufzeit des MC03 geht es nicht nur um die Kapazität. Es geht um Kontrolle. Standardmäßig bleiben Apps offline, sofern nicht ausdrücklich Zugriff gewährt wird, wodurch ein ständiger Datenaustausch im Hintergrund entfällt. Punkt behauptet, dass das Telefon aufgrund dieses eingeschränkten Datenflusses um Tage länger hält als die Konkurrenz.
Das Betriebssystem selbst ist leichtgewichtig und vermeidet unnötigen Overhead. Laut Yanapi Senaud, dem globalen Vertriebs- und Marketingleiter von Punkt, hatte ein Testmodell, das seit Sonntag (Mittwochnachmittag zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels) ununterbrochen verwendet wurde, immer noch einen Akkustand von 57 %.
Granulare Kontrolle: Der „Tresor“ und das Sicherheitsrad
AphyOS unterteilt Apps in zwei Kategorien. Der „Vault“ beherbergt von Punkt erstellte datenschutzorientierte Alternativen (Kalender, Kontakte, E-Mail) und Apps von Unternehmen wie Proton und sorgt so dafür, dass kein Datenverlust auftritt. Der zweite Bucket lässt Google Play Store-Apps zu, speichert sie jedoch in einer Sandbox, um die gemeinsame Nutzung von Daten zwischen Apps zu verhindern.
Users can further fine-tune privacy using a security dial, restricting app access to the internet and sensors. Bei der maximalen Einstellung teilen Apps keine Daten, obwohl Punkt das Zifferblatt nach drei Tagen automatisch auf die restriktivste Einstellung zurücksetzt.
Jenseits des MC03: Punkts langfristige Vision
Punkt hört nicht beim MC03 auf. Sie planen, nächstes Jahr das MC01 auf den Markt zu bringen, eine Reminiszenz an Geräte im BlackBerry-Stil mit einer physischen Tastatur, einem 4:3-Display und Flaggschiff-Spezifikationen – und das alles unter Beibehaltung ihrer strengen Datenschutzstandards.
Der Ansatz von Punkt stellt einen radikalen Wandel im Smartphone-Design dar, der dem Besitz von Benutzerdaten Vorrang vor dem Überwachungskapitalismus einräumt. Das Unternehmen geht davon aus, dass einige Verbraucher bereit sind, für ein Telefon, das ihre Privatsphäre wirklich respektiert, einen Aufpreis zu zahlen – sowohl im Voraus als auch im Rahmen eines Abonnements.





















