Tor-Projekt startet Android VPN Beta: Ein neuer Weg zum Datenschutz

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Das Tor-Projekt hat eine Betaversion seines neuen VPN-Dienstes für Android-Geräte veröffentlicht und lädt Benutzer ein, ein datenschutzorientiertes Tool zu testen und an der Entwicklung mitzuwirken. Das Ziel? Stärkung der Online-Freiheit, indem das Tor-Netzwerk zugänglicher gemacht wird. Allerdings ist dieses Early-Access-VPN noch nicht für risikoreiche Aktivitäten geeignet, da es sich noch in der Entwicklung befindet und anfällig für Fehler ist.

So funktioniert Tor VPN: Onion Routing erklärt

Tor VPN nutzt das einzigartige „Zwiebel-Routing“-System des Tor-Netzwerks. Im Gegensatz zu herkömmlichen VPNs, die den Datenverkehr über einen einzelnen Server leiten, sendet Tor Daten über drei dezentrale Relays weltweit. Diese mehrschichtige Verschlüsselung erschwert die Rückverfolgung von Online-Aktivitäten zum Benutzer erheblich. Jedes Relay entschlüsselt eine Schicht der Daten und verschleiert so den vollständigen Pfad für jeden einzelnen Beobachter.

Warum das wichtig ist: Herkömmliche VPNs sind auf zentralisierte Anbieter angewiesen, wodurch potenzielle Single Points of Failure entstehen. Die dezentrale Natur von Tor macht es praktisch manipulationssicher.

Tor VPN vs. herkömmliche VPNs: Ein wesentlicher Unterschied

Während beide Technologien IP-Adressen maskieren und den Datenverkehr verschlüsseln, priorisiert Tor VPN die Anonymität über alles andere. Herkömmliche VPNs bieten häufig schnellere Geschwindigkeiten und Geo-Spoofing-Funktionen und eignen sich daher ideal für Streaming oder Spiele. Sie sind jedoch auf das Vertrauen in die No-Logs-Richtlinien des Anbieters angewiesen. Tor VPN minimiert diese Vertrauensanforderung von Natur aus.

Betatest: Was Sie erwartet

Die Beta-Version von Tor VPN richtet sich an Erstanwender, die bereit sind, Feedback zu geben. Benutzer sollten mit Fehlern und Instabilität rechnen. Die App verfügt über Funktionen wie einen Kill-Switch und Split-Tunneling, die eine selektive Weiterleitung von Apps über das Tor-Netzwerk ermöglichen. Benutzer können außerdem Ausgangsknoten in 28 Ländern wählen oder sich für maximale Anonymität für eine zufällige Weiterleitung entscheiden.

Das Tor-Projekt warnt davor, die Betaversion für sensible Aktivitäten zu nutzen und betont, dass dadurch Informationen verloren gehen könnten. Für kritische Datenschutzanforderungen empfiehlt das Projekt stattdessen etablierte VPNs mit Tor-over-VPN-Servern (NordVPN, Proton VPN).

Zugriff auf Onion-Dienste

Ein wesentlicher Vorteil von Tor VPN ist der direkte Zugriff auf „.onion“-Sites, versteckte Dienste, die nur über das Tor-Netzwerk erreichbar sind. Dadurch wird die Zensur in Regionen umgangen, die Mainstream-Plattformen wie Facebook oder Reddit blockieren. Im Gegensatz zum separaten Tor-Browser integriert die App diese Funktionalität nahtlos.

Alternativen für sofortige Privatsphäre

Wenn ein sofortiger, zuverlässiger Tor-Zugriff erforderlich ist, bleibt der Tor-Browser die sicherste Option. Alternativ bieten VPNs mit Tor-over-VPN-Funktionalität einen hybriden Ansatz: höhere Geschwindigkeiten bei zusätzlicher Anonymität.

Fazit: Die Beta-Version von Tor VPN stellt einen spannenden Schritt hin zu einem benutzerfreundlicheren Tor-Erlebnis dar. Benutzer müssen jedoch die Grenzen verstehen und etablierten Lösungen für anspruchsvolle Datenschutzanforderungen Vorrang einräumen. Die Transparenz und der Fokus des Projekts auf dezentrale Sicherheit machen es zu einem wichtigen Akteur im anhaltenden Kampf für Online-Freiheit.

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