Listen Labs sichert sich 69 Millionen US-Dollar, um die Kundenforschung mit KI zu revolutionieren

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Listen Labs, ein Startup, das sich auf KI-gestützte Kundeninterviews konzentriert, hat 69 Millionen US-Dollar in einer Serie-B-Finanzierung eingeworben und bewertet das Unternehmen mit 500 Millionen US-Dollar. Die von Ribbit Capital angeführte Investition unter Beteiligung von Evantic und bestehenden Investoren erfolgt nach einem viralen Einstellungs-Stunt, der den unkonventionellen Ansatz des Unternehmens bei der Talentakquise und dem schnellen Wachstum unterstreicht. In nur neun Monaten hat Listen Labs den Jahresumsatz um das Fünfzehnfache gesteigert und über eine Million KI-gestützte Interviews durchgeführt und damit einen 140-Milliarden-Dollar-Markt revolutioniert, der traditionell von langsamen, teuren und oft betrügerischen Methoden dominiert wird.

Das Problem der traditionellen Marktforschung

Seit Jahrzehnten verlassen sich Unternehmen auf zwei primäre Forschungsmethoden: umfassende statistische Erhebungen und ausführliche, aber begrenzte menschliche Interviews. Umfragen bieten Präzision, vermissen aber entscheidende Nuancen, während Einzelinterviews Tiefe liefern, sich aber nicht effektiv skalieren lassen. Listen Labs schließt diese Lücke, indem es den qualitativen Forschungsprozess automatisiert und umsetzbare Erkenntnisse innerhalb von Stunden statt Wochen liefert. Gründer Alfred Wahlforss erklärt, dass herkömmliche Umfragen „falsche Präzision liefern“ und dass die Skalierung menschlicher Interviews einfach nicht machbar ist.

So funktioniert Listen Labs

Die Plattform funktioniert in einem vierstufigen Prozess: Zunächst erstellen Benutzer mit KI-Unterstützung eine Studie. Zweitens rekrutiert Listen Teilnehmer aus seinem globalen Netzwerk von 30 Millionen Menschen. Drittens führt ein KI-Moderator ausführliche, offene Videointerviews durch. Schließlich werden die Ergebnisse in für die Geschäftsleitung geeignete Berichte verpackt, einschließlich Schlüsselthemen, Highlight-Reels und Foliendecks. Dieser Ansatz basiert im Gegensatz zu den erzwungenen Entscheidungen von Multiple-Choice-Umfragen auf ehrlichen, nicht geschriebenen Gesprächen. Das Unternehmen befasst sich auch mit einem schmutzigen Geheimnis der Branche: zügelloser Betrug.

Betrugsbekämpfung in der Marktforschung

Listen Labs stellte beim Markteintritt weit verbreitete Täuschungen fest, bei denen einige Unternehmen absichtlich betrügerische Teilnehmer meldeten. Um dem entgegenzuwirken, haben sie einen „Qualitätswächter“ aufgebaut, der LinkedIn-Profile mit Videoantworten vergleicht, auf Konsistenz prüft und verdächtige Muster kennzeichnet. Das Ergebnis ist ein wahrheitsgetreueres Feedback; Laut einem Kunden, Emeritus, reduzierte Listen betrügerische Antworten von 20 % auf nahezu Null.

Early Adopters und reale Auswirkungen

Große Unternehmen wie Microsoft, Sweetgreen und Chubbies nutzen Listen Labs bereits, um die Produktentwicklung zu beschleunigen. Microsoft hat seinen Forschungszeitraum von vier bis sechs Wochen auf nur noch wenige Tage verkürzt und User Stories zum 50-jährigen Jubiläum an einem einzigen Tag gesammelt. Simple Modern, ein Getränkehersteller, testete in 2,5 Stunden mit 120 Teilnehmern ein neues Produktkonzept. Sogar Chubbies, eine Bekleidungsmarke, steigerte die Teilnahme an der Jugendforschung um das 24-fache, indem sie Terminbarrieren überwand.

Das Jevons-Paradoxon und zukünftiges Wachstum

Wahlforss ist davon überzeugt, dass der KI-gestützte Ansatz nicht nur bestehende Ausgaben ersetzt; es schafft neue Nachfrage. Dies steht im Einklang mit dem Jevons-Paradoxon, bei dem eine höhere Effizienz zu einem höheren Gesamtverbrauch führt. Da die Forschung billiger wird, werden die Unternehmen mehr davon betreiben und den Markt über seine derzeitigen Grenzen hinaus erweitern. Die Roadmap von Listen Labs umfasst automatisierte Kundensimulation und Entscheidungsfindung, obwohl Wahlforss die ethischen Implikationen anerkennt und robuste Leitplanken verspricht.

Die Zukunft der Produktentwicklung

Das ultimative Ziel von Listen Labs besteht darin, eine kontinuierliche Feedbackschleife zu schaffen, in der Code geschrieben, Benutzer interviewt und Produkte nahezu autonom iteriert werden. Diese Vision basiert auf dem Mantra von Y Combinator „Code schreiben, mit Benutzern sprechen“, wobei KI den Teil „Sprechen“ automatisiert. Wahlforss legt Wert auf Qualität gegenüber Demos und führt an, dass 95 % der KI-Piloten es nicht in die Produktion schaffen.

Letztendlich stellt Listen Labs einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Unternehmen ihre Kunden verstehen. Durch die Automatisierung des wertvollsten Teils der Recherche – ehrliche, ausführliche Gespräche – wird nicht nur ein riesiger Markt revolutioniert, sondern auch neue Möglichkeiten für die Produktentwicklung und Kundenbindung eröffnet.

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