Tech-Führungskräften drohen Gefängnisstrafen, weil sie es versäumt haben, nicht einvernehmliche intime Bilder zu entfernen

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Die britische Regierung will Technologieführer persönlich für die Präsenz von „Rachepornos“ auf ihren Plattformen zur Verantwortung ziehen. Neue Gesetzesvorschläge zielen darauf ab, die Last der Verantwortung vom Unternehmen auf den Einzelnen zu verlagern, indem sie die Möglichkeit von Haftstrafen und hohen Geldstrafen für Führungskräfte einführen, die den Anordnungen zur Entfernung von Inhalten nicht nachkommen.

Persönliche Haftung für technische Führung

Gemäß einer vorgeschlagenen Änderung des Crime and Policing Bill könnten hochrangige technische Führungskräfte strafrechtlich verfolgt werden, wenn ihre Unternehmen den Durchsetzungsentscheidungen des Ofcom nicht nachkommen.

Zu den wichtigsten Details des Vorschlags gehören:
Direkte Verantwortung: Wenn eine Plattform es versäumt, gemeldete nicht einvernehmliche intime Bilder ohne „vernünftige Entschuldigung“ zu entfernen, könnten die Chefs selbst haftbar gemacht werden.
Strenge Fristen: Die Regierung hat zuvor vorgeschrieben, dass Plattformen solche Inhalte innerhalb von 48 Stunden nach der Meldung entfernen müssen.
Durchsetzung durch Ofcom: Die Regulierungsbehörde Ofcom fungiert als primäre Behörde für die Entscheidung, ob ein Unternehmen seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachgekommen ist.

Dieser Wandel ist bedeutsam, weil er den „Unternehmensschleier“ durchdringt. In der Vergangenheit wurden Unternehmen wegen Fehlverhaltens mit Geldstrafen belegt, doch einzelne Führungskräfte wurden selten persönlich angegriffen. Mit der Einführung strafrechtlicher Sanktionen signalisiert die Regierung, dass Online-Sicherheit eine grundlegende rechtliche Verantwortung und nicht nur eine Frage der Unternehmenscompliance ist.

Ausweitung des Verbots schädlicher Pornografie

Parallel zum Vorgehen gegen Rachepornos führt die Regierung strengere Verbote für bestimmte Arten illegaler Pornografie ein. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Normalisierung sexueller Gewalt und Missbrauch durch digitale Medien zu verhindern.

Die neuen Vorschriften werden den Besitz und die Veröffentlichung von Folgendem unter Strafe stellen:
Inzestuöser Inhalt: Pornografie, die sexuelles Verhalten zwischen Familienmitgliedern darstellt.
Rollenspiele illegaler Handlungen: Inhalte, die Erwachsene in Rollenspielen als Kinder darstellen oder Stief-/Pflegebeziehungen beinhalten, bei denen eine Partei vorgibt, minderjährig zu sein.

Das Justizministerium bezeichnete diese Inhalte als „abstoßend“ und warnte davor, dass ihre Online-Verfügbarkeit das Risiko birgt, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu normalisieren. Denjenigen, die der Veröffentlichung dieses Materials für schuldig befunden werden, drohen zwei bis fünf Jahre Gefängnis.

Der breitere Kontext: Bekämpfung digitaler Gewalt

Diese gesetzgeberischen Schritte sind Teil einer umfassenderen, mehrjährigen Anstrengung zur Bekämpfung von Frauenfeindlichkeit und Gewalt gegen Frauen und Mädchen im digitalen Bereich. Dies folgt auf frühere Maßnahmen, wie etwa die Kriminalisierung von Pornografie, in der Frauen gewürgt werden – ein Schritt, der auf Erkenntnisse zurückzuführen war, dass solche Bilder zur Etablierung schädlicher sexueller Normen verwendet wurden.

Technologieministerin Liz Kendall betonte, die Haltung der Regierung sei „kompromisslos“ und stellte fest, dass die unbefugte Weitergabe intimer Bilder viele Leben „zerstört“ habe.

„Der Schutz von Frauen und Mädchen im Internet ist nicht optional; es ist eine Verantwortung, die eindeutig bei der Führung jedes Technologieunternehmens liegt“, erklärte Frau Kendall.

Zusammenfassung

Die britische Regierung erhöht den Einsatz für Technologieunternehmen erheblich, indem sie strafrechtliche Sanktionen für Führungskräfte einführt, die es versäumen, nicht einvernehmliche vertrauliche Bilder zu entfernen. Indem der Staat die Führung direkt ins Visier nimmt und die Verbote illegaler pornografischer Inhalte ausweitet, will er die Verbreitung schädlicher digitaler Inhalte eindämmen und Plattformen streng für die Sicherheit ihrer Nutzer zur Verantwortung ziehen.