Kalifornien hat gerade ein Gesetz verabschiedet, das Streaming-Dienste dazu zwingt, keine Werbung mehr zu schalten, die lauter ist als ihre Sendungen und Filme. Ab dem 1. Juli 2026 müssen Plattformen wie YouTube, Hulu und die werbefinanzierten Stufen von Netflix die Lautstärke kommerzieller Audioinhalte auf der gleichen Lautstärke wie die umliegenden Inhalte halten.
Warum das wichtig ist
Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf die lästige (und manchmal störende) Praxis, Anzeigen lauter zu machen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Während das traditionelle Fernsehen durch den CALM Act von 2012 reguliert wurde, gab es bei Streaming-Diensten eine Lücke – bis jetzt. Der Ursprung des Gesetzes? Der gesetzgebende Direktor von Staatssenator Tom Umberg, dessen Baby immer wieder durch erschreckend laute Werbung wachgerüttelt wurde.
„Dieser Gesetzentwurf wurde von Baby Samantha und allen erschöpften Eltern inspiriert, die endlich ihr Baby zum Schlafen gebracht haben, nur um dann durch eine lautstarke Streaming-Werbung die ganze harte Arbeit zunichte gemacht zu bekommen.“
Wie es funktioniert
Die Gesetzgebung zielt speziell auf Streaming-Plattformen ab, die kalifornische Kunden bedienen. Das Gesetz gilt für jeden Dienst, der Werbung sendet, die lauter ist als das Programm, das sie unterbricht. Große Player wie Netflix, Disney Plus und YouTube, alle mit Hauptsitz in Kalifornien, fallen unter diese Regelung.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Immer mehr Streaming-Dienste starten günstigere, werbefinanzierte Pläne, um zu konkurrieren, was das Thema in den Vordergrund rückt.
Reaktion der Branche
Die Technologiebranche drängte zunächst auf Selbstregulierung, doch der Widerstand ließ nach, nachdem Kalifornien den Gesetzentwurf dahingehend geändert hatte, die Durchsetzung auf das Büro des Generalstaatsanwalts zu beschränken und die Gefahr individueller Klagen zu beseitigen. Experten gehen davon aus, dass die Streaming-Unternehmen das Gesetz einhalten und nicht bekämpfen werden.
Zachary Rischitelli von Real FiG Advertising + Marketing wies darauf hin, dass Streaming-Plattformen keine Probleme damit haben dürften, sich anzupassen, wenn traditionelle Sender dies jahrelang geschafft hätten. Die technischen Herausforderungen bei der Synchronisierung von Audiodaten verschiedener Werbeanbieter sind angesichts der bestehenden Industriestandards minimal.
Das Fazit: Kaliforniens neues Gesetz ist ein Gewinn für die Zuschauer, die es satt haben, Werbeunterbrechungen zu stören. Es ist eine einfache Lösung für ein frustrierendes Problem und schafft einen Präzedenzfall, dem andere Staaten folgen können.





















