Disneyland hat still und leise eine 3D-gedruckte Requisite in sein legendäres Jungle Cruise-Fahrgeschäft integriert und markiert damit einen deutlichen Wandel hin zu einer schnelleren und flexibleren Fertigung im Themenparkdesign. Das neue Kanu, Teil der szenischen Elemente der Fahrt, stellt einen ersten Schritt in Disneys breiterer Einführung des 3D-Drucks im industriellen Maßstab dar, um die Produktion von Requisiten und Versatzstücken zu rationalisieren.
Der Aufstieg des industriellen 3D-Drucks
Der 3D-Druck ist seit Jahren ein Hobby-Werkzeug. Mittlerweile sind Industriebetriebe jedoch in der Lage, Artikel in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß herzustellen. Haddy, ein in Florida ansässiges 3D-Druckunternehmen, hat sich mit Walt Disney Imagineering zusammengetan, um das Kanu in der Jungle Cruise-Warteschlange zu installieren. Laut Jay Rogers, CEO von Haddy, ist dies erst der Anfang.
„Wir können Welten bauen“, erklärte Rogers beim Disney Demo Day in Burbank, Kalifornien, und läutete damit eine neue Ära der On-Demand-Requisitenerstellung ein.
Wie es funktioniert: Vom Entwurf zur Realität
Der Prozess beginnt mit einer digitalen Datei – sei es für ein kleines Spielzeug oder ein ausgewachsenes Boot. Großformatige 3D-Drucker verwenden Pellets oder flüssiges Harz, um Objekte Schicht für Schicht aufzubauen und bieten so eine beispiellose Designfreiheit. Disney Imagineering scannte ein vorhandenes Boot aus den 1960er Jahren, um die Maßhaltigkeit sicherzustellen, bevor die neue Version modelliert und gedruckt wurde.
Chris Hill, ein Associate R&D Imagineer, erklärte: „Wir hatten das alte Boot und haben einen 3D-Scan gemacht, um es maßhaltig zu erhalten … Für den kreativen Teil hatten wir ein Foto des Bootes aus den 1960er-Jahren, und so habe ich anhand der Abmessungen des 3D-Scans das neue Boot modelliert, das wir für den 3D-Druck des Bootes verwendet haben.“
Geschwindigkeit und Effizienz: Ein Game Changer für die Entwicklung von Themenparks
Die herkömmliche Erstellung von Requisiten kann Hunderte von Stunden dauern und mehrere Iterationen des Formenbaus erfordern. Haddy behauptet, dies auf 70 Roboterstunden zu reduzieren. Diese Geschwindigkeit ist von entscheidender Bedeutung, da Disney versucht, Entwürfe schnell zu überarbeiten und auf sich ändernde Parkanforderungen zu reagieren.
Nick Blackburn, Leiter des technischen Geschäftsbetriebs bei Disney, betonte den strategischen Wert: „Dieses Projekt ist derzeit das erste Projekt, an dem wir arbeiten, um zu zeigen, dass wir fortschrittliche Fertigung, Roboterfertigung und neue Materialien nutzen können, um Parks schneller und effektiver zum Leben zu erwecken.“
Jenseits des Kanus: Zukünftige Anwendungen
Disneys Ambitionen gehen über die Dschungelkreuzfahrt hinaus. Das Unternehmen erforscht den 3D-Druck für andere Attraktionen, darunter Elemente für das bevorstehende Fahrgeschäft Monsters, Inc. im Walt Disney World und sogar Möbel für Hotelzimmer. Das Potenzial für Kosteneinsparungen und schnelles Prototyping machen dies zu einem äußerst attraktiven Expansionsweg.
Michael Hundgen, ein kreativer Produzent bei Walt Disney Imagineering, sagte: „Wir entwickeln Technologie nicht nur um der Technologie willen; wir tun dies, um unseren Kreativteams dabei zu helfen, die Geschichten des Unternehmens zum Leben zu erwecken.“
Die Integration des 3D-Drucks in Disneys Betrieb markiert einen Wendepunkt beim Bau von Freizeitparks. Durch den Einsatz von Automatisierung und Rapid Prototyping positioniert sich Disney in der Lage, die Geschwindigkeit und Effizienz seiner kreativen Prozesse zu steigern und sicherzustellen, dass sich die Magie immer schneller weiterentwickelt.





















