Verbraucherschutzgruppen haben mehrere auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas vorgestellte Produkte scharf kritisiert und hervorgehoben, was ihrer Meinung nach verschwenderische, invasive und nicht nachhaltige Technologie ist. Der jährliche „Worst in Show“-Wettbewerb, der von Organisationen wie Consumer Reports, Back Market und iFixit beurteilt wird, zielt darauf ab, Produkte hervorzuheben, bei denen unnötige Funktionen Vorrang vor Funktionalität und Reparierbarkeit haben.
Der Aufstieg überentwickelter Geräte
Die diesjährigen Auszeichnungen spiegeln einen wachsenden Trend wider: die Verbreitung von KI-gesteuerten Geräten, die häufig alltägliche Aufgaben erschweren, ohne einen echten Mehrwert zu bieten. Die Jury wählte auf der Messe die am meisten überentwickelten, nicht reparierbaren und unhaltbarsten Technologiekatastrophen aus und warf die Frage auf, ob Verbraucher durch übermäßige „intelligente“ Funktionen in die Irre geführt werden.
Samsungs KI-Kühlschrank: Eine Fallstudie zu unnötiger Komplexität
Ganz oben auf der Liste stand Samsungs Bespoke AI Family Hub, ein mit dem Internet verbundener Kühlschrank mit sprachaktivierter Türöffnung. Kritiker argumentieren, dass das Hinzufügen von KI zu einer Basis-Appliance unnötige Fehlerquellen, Datenschutzbedenken (integrierte Werbung) und Benutzerfreundlichkeitsprobleme mit sich bringt.
„Das Einzige, was ein Kühlschrank tun sollte, ist, die Dinge kalt zu halten“, bemerkt Gordon-Byrne von der Organisation Right to Repair und betont die Absurdität, ein einfaches Gerät zu kompliziert zu machen.
Die Sprachsteuerung des Kühlschranks hat in lauten Umgebungen Probleme, und der Einsatz von Kameras wirft Bedenken hinsichtlich der Überwachung auf. Elizabeth Chamberlain von iFixit wies darauf hin, dass „die meisten Menschen nicht nach einer sprachgesteuerten Kühlschranktüröffnung fragen“, und unterstrich damit die Diskrepanz zwischen Verbraucherbedürfnissen und Herstellerinnovationen.
Amazon Ring: Überwachungsbedenken eskalieren
Auch das Ring-Türklingelsystem von Amazon schaffte es auf die Liste und wurde wegen seiner zunehmend invasiven KI-gestützten Überwachungsfunktionen, einschließlich Gesichtserkennung, kritisiert. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) warnte davor, dass die wachsende Auswahl an Tools nicht nur für Ring-Benutzer, sondern für ganze Stadtteile übermäßig aufdringlich werden könnte.
„Die Kameras Ihrer Nachbarn wissen wahrscheinlich, wer Sie sind und wissen, wann Sie nach Hause kommen“, erklärte Chamberlain und betonte das Potenzial für eine umfassende Verfolgung und Datenerfassung.
Wegwerftechnologie: Das Lollipop-Star-Debakel
Der Wettbewerb zeichnete außerdem den Lollipop Star aus, einen elektronischen Lutscher mit Knochenleitungstechnologie. Das Gerät gewann den Environmental Impact Award für sein nicht nachhaltiges Design: Einwegbatterien, die nur eine Stunde halten, Einwegplastik und unnötige Elektronik.
„Es enthält zwei Batterien, einen Lautsprecher und eine kleine Platine. Es ist eine Menge Elektronik für etwas, das nur eine Stunde hält“, bemerkte Chamberlain und demonstrierte damit die reine Verschwendung des Produkts.
Eine wachsende Bewegung für Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit
Der Worst in Show-Wettbewerb, der seit mindestens 2023 läuft, dient als Kontrapunkt zur oft unkritischen Haltung der CES gegenüber neuen Technologien. Durch die Kennzeichnung von Produkten, die Datenschutz, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit beeinträchtigen, hoffen die Juroren, die Hersteller dazu zu ermutigen, den Verbraucherbedürfnissen Vorrang vor auffälligen Funktionen zu geben. Der Wettbewerb ist unabhängig von der Consumer Technology Association (CTA), die die CES betreibt, und gewährleistet so eine unvoreingenommene Kritik.
Der Trend ist klar: Mit der zunehmenden Verbreitung von KI steigt auch die Notwendigkeit einer kritischen Bewertung. Verbraucher müssen sich fragen, ob Innovation ihnen wirklich nützt oder ob sie lediglich den Alltag komplexer und verschwenderischer macht.





















